Das Leben der "Prophetin" Gabriele Wittek nach der Schrift:
Sie lebt unter uns. Das Denken und Leben der Prophetin Gottes im Universellen Leben, 1. Aufl., Würzburg 1986
Die Berufung Gabriele Witteks
Diese (vergriffene) Schrift ist auch deshalb von besonderem Interesse, da hier die Biographie Gabriele Witteks in Anlehnung an alttestamentliche Prophetenbiographien stilisiert wurde. Typisch für bestimmte alltestamentliche Berufungsgeschichten ist der Einwand des Berufenen gegen das übertragene Amt unter dem Hinweis auf mangelnde Eignung. Entsprechendes wird nun auch für die "Prophetin" Gabriele Wittek behauptet, womit die Legendenbildung um Gabriele Wittek fortschreitet:
"Von Anfang an hat Gabriele sich gegen das Lehramt gewehrt und wollte die Berufung, Prophetin zu sein, immer wieder dem Ewigen zurückgeben mit der Begründung, sie wäre für das Amt eines Propheten nicht geeignet." (Sie lebt unter uns, Seite 47)
In der älteren Schrift "Ein ehemals geistig unwissender Mensch" schildert Frau Wittek die göttlichen Belehrungen fast ausschließlich in einem positiven Licht. Kann das damit erklärt werden, daß Frau Wittek bis zum Abfassungsjahr dieser Schrift die anstehende große Aufgabe weitgehend verdrängt hat?
"Während Gabriele in den ersten Monaten vom Geist Christi und ihrem Geistlehrer, Bruder Emanuel, dem Cherub der Göttlichen Weisheit, belehrt wurde, als sie im Geiste freudig heranreifte und dem Geist Gottes immer näherkam, war dies eine zwar harte, aber doch wunderbare, beglückende Zeit für sie. Sie wußte zwar, warum und wozu sie ausgebildet wurde, doch schob sie den Gedanken an die kommende Aufgabe immer wieder beiseite." (Sie lebt unter uns, Seite 47)
Die Aufgabe, also das Prophetenamt übernahm Gabriele Wittek angeblich nur deshalb, weil Gott sie dazu gezwungen hat, wobei er Krankheit und Leid als pädagogische Instrumente einsetzte. Durch ein Krebsleiden brach er ihren Widerstand und ihren freien Willen:
"Der Mensch rebellierte und wollte damit die Freiheit erzwingen. Doch Gott brach den Widerstand. Er tat es, indem Er den Ausbruch einer schweren Krankheit zuließ, die als Anlage in den Genen lag. Wir wollen diese Krankheit nicht beim Namen nennen. Gott nennt die Krankheit: die Geißel der Menschheit." (Sie lebt unter uns, Seite 53)
"In einer Offenbarung deutete der Herr an, er werde Sein Instrument bis an die Grenze des physischen Todes führen, um es auf Ihn auszurichten". (Sie lebt unter uns, Seite 54)
"Der Mensch rebellierte weiterhin. Um ihn zurückzuholen und zur vollen Annahme und Bejahung des Amtes zu führen, ließ Gott das Leiden zu. Leid und Leiden sind ein wirksamer Lehrmeister für den Menschen." (Sie lebt unter uns, Seite 55)
Wie kaum anders zu erwarten, setzte Gott schließlich die Annahme des Prophetenamtes durch Gabriele Wittek durch. Gabriele Wittek wurde fast von selbst wieder gesund und widmete sich von nun an den ihr auferlegten Aufgaben:
"Gabriele durchlitt, was unzählige Menschen durchleiden. Sie überwand es durch die Annahme des Auftrages und durch die Liebe zu Gott. In ihr erwachte durch diese Erfahrung verstärkt die Kraft zum selbstlosen Dienen. Unsere Schwester ist wieder gesund und steht im Auftrag. Sie erkannte, daß sie an das Prophetenamt gebunden ist, und nahm das Joch auf sich, um Gott und ihren Nächsten zu dienen. Von dieser Zeit an vollzog sich schrittweise die Heilung an ihrem Körper. Nur einige Naturmittel wurden zur Stütze des Körpers gebraucht, alles andere bewirkte der Geist." (Sie lebt unter uns, Seite 55f.)
Der Anspruch Gabriele Witteks
Das Leben Gabriele Witteks mit dem Prophetenamt wird nun als ganz und gar durch Gottes Willen bestimmt dargestellt:
"Wie lebt die Prophetin des Herrn?
Sie wird gelebt.
Sie muß ihr
Prophetenamt ausführen und in vielen Fällen tun, was sie als Mensch,
ausgestattet mit ihrem freien Willen, nicht tun würde." (Sie lebt unter uns,
Seite 57)
Dabei fehlt auch hier nicht der Hinweis auf das große Arbeitspensum, das Frau Wittek Tag für Tag bewältigt:
"Eine Woche hat 168 Stunden. Die Prophetin des Herrn arbeitet davon mindestens 126 Stunden. Das sind 18 Stunden am Tag. Oft schläft sie nur wenige Stunden." (Sie lebt unter uns, Seite 58)
"Gabriele von Würzburg" ist nicht etwa den "Künderpropheten" zuzurechnen, die lediglich "allgemeine, mahnende und aufbauende Worte" (Seite 45) weitergeben. Sie ist vielmehr - wie einst Jesus Christus - Lehrprophet mit höheren Aufgaben:
"Der Lehrprophet bringt die Gesetze Gottes und legt sie aus. Durch ihn lehrt der Geist Gottes den Inneren Weg zurück in die ewige Heimat, von wo einst jede Seele ausgegangen ist. Durch den Lehrpropheten lehrt Gott auch geistiges Gut, welches über das bisher Bekannte hinausgeht. (Sie lebt unter uns, Seite 43)
Die Notwendigkeit für das Auftreten eines neuen Lehrpropheten wird mit einer allgemeinen Umbruchssituation und dem bevorstehenden weltweiten Friedensreich Jesu Christi begründet:
"Wir stehen in einer Zeit, in der die Evolution, die geistige
Höherentwicklung der Menschheit das Gebot der Stunde ist, denn die Schwingung
der Erde soll angehoben werden, damit das Friedensreich des Mesisas auf unserem
gesamten Planeten in Erscheinung treten kann. (...)
Für diese intensiven
geistigen Wandlungsprozeß ist die Lehre der grundlegenden geistigen Gesetze und
des geistigen Wissens Voraussetzung..." (Sie lebt unter uns, Seite 42)
Über die Funktion eines Lehrpropheten hinaus ist Gabriele Wittek auch "Botschafterin Gottes" mit quasi-göttlichen Fähigkeiten. Aufgrund ihrer "unio mystica" mit dem göttlichen Bewußtsein, ist Frau Wittek nichts verborgen, sie durchschaut alles und alle. Dies und die Entwicklung dahin wird folgendermaßen dargestellt:
"Der Lehrprophet hat alles das, was Gott der Herr durch ihn lehren möchte,
zuvor in sich geistig zu erarbeiten und entwickeln. Er muß den Inneren Weg, den
Weg der Selbsterkenntnis und Läuterung allen Menschen voran erst selbst
beschreiten. Nach geraumer Zeit - bei Gabriele waren es nur einige Jahre -
erlangt dieser aus dem Geist direkt belehrte und geschulte Mensch den Gipfel der
mystischen Entwicklung und das Ziel des siebenstufigen Pfades zu Gott, das die
Einswerdung mit dem Bewußtsein Gottes zur Folge hat. In einem Augenblick
erkennt, schaut und weiß dann ein solcher Mensch um die Dinge und Geschehnisse,
die dem verborgen sind, der noch in der Welt der Sinne lebt.
Dann wird der
Lehrprophet der Boschafter Gottes, der aus seinem erschlossenen und mit dem
Göttlichen eins gewordenen Bewußtsein schöpft. Er sieht nicht mehr die Dinge
oder die Menschen, wie sie scheinen, sondern er schaut die Dinge, Geschehnisse
und Menschen, wie sie sind. Er schaut allem, was ist, auf den Grund." (Sie
lebt unter uns, Seite 43f.)
"Sie (Gabriele Wittek, d. Verf.) schaut den Aufbau der Schöpfung, sie schaut und weiß zugleich, auf welche Weise alles in allem wirksam ist." (Sie lebt unter uns, Seite 45)
Damit aber erhebt Gabriele Wittek einen Absolutheitsanspruch, der mit dem christlichen Glauben nichts mehr zu tun hat: Da Frau Witteks Bewußtsein eins mit Gott ist, darf es keine Zweifel oder Kritik an ihren Belehrungen oder Urteilen geben. Schwierigkeiten oder Probleme im UL können niemals ihre Ursache in Gabriele Wittek haben, sondern müssen stets auf die Fehler anderer Menschen zurückgeführt werden. Für den ernsthaften UL-Anhänger bleibt nur der blinde Gehorsam, nicht gegenüber Gott, sondern gegenüber einer Frau, die sich an Gottes Stelle gesetzt hat.