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Jurist Sailer mit UL über Kreuz?

MAIN-POST vom 07. August 2012

Aussteiger berichtet über Trennung des UL vom ehemaligen Sprecher – Kanzlei mit neuer Adresse

Von unserem Redaktionsmitglied Tilman Toepfer

MARKTHEIDENFELD Verfassungsklage gegen Massentierhaltung. Die Überschrift über einer Pressemitteilung von Rechtsanwalt Dr. Christian Sailer verblüfft nicht, denn er ist, wie es einleitend heißt, ein seit Jahrzehnten im Umwelt- und Tierschutzrecht engagierter Jurist. Eher schon erstaunt die neue Adresse der Kanzlei Sailer. Sie ist identisch mit der Privatadresse Sailers im Marktheidenfelder Ortsteil Michelrieth. Bis vor wenigen Monaten noch hatte Sailer zusammen mit Rechtsanwalt Gert-Joachim Hetzel eine Kanzlei im Marktheidenfelder Ortsteil Altfeld geleitet.
Die neue Adresse der Rechtsanwaltskanzlei Sailer wird wegen eines Anrufs in der Redaktion zur Nachricht. Der Aussteiger beim UL will wissen, dass Christian Sailer „raus ist beim Universellen Leben (UL)“. Das überrascht denn doch, denn der seit mehr als vier Jahrzehnten als Jurist tätige Sailer war viele Jahre Sprecher der Gemeinschaft um die UL-Prophetin Gabriele Wittek, deren Anhänger sich Christusfreunde oder auch Urchristen nennen und deren Führungspersonal vorwiegend in Würzburg, Gut Greußenheim (Lkr. Würzburg) und Altfeld/Michelrieth (Lkr. Main-Spessart) siedelt.

Sailer war nicht nur UL-Sprecher, er machte mit Anzeigen und Prozessen gegen Papst und Bischöfe, Journalisten und Kritiker des UL von sich reden. So gesehen war er das Gesicht der für ihre Klagefreude bekannten Sekte UL. Sailer war regelmäßig in der Öffentlichkeit präsent, während die demnächst 79-jährige UL-Prophetin schon länger nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten ist.

Natürlich wollten wir von Christian Sailer selber wissen, ob er denn nun „raus ist beim UL“. Er werde dazu nichts sagen, antwortete Sailer am Telefon gut gelaunt und bat um Verständnis. Ebenso wenig war er bereit, sich zu Spekulationen über mögliche Gründe für den neuen Standort seiner Kanzlei zu äußern. Rechtsanwalt Gert-Joachim Hetzel, mit dem Sailer in Altfeld zusammenarbeitete, war ein wenig gesprächiger. „Es ist eine rein private Angelegenheit und hat mit dem Universellen Leben nichts zu tun“, erklärte Hetzel am Telefon.

Die Verfassungsklage gegen Massentierhaltung hat Sailer jedenfalls im eigenen Namen erhoben. In seiner Pressemitteilung heißt es: „Die Tiermast in den Massentierställen ist nicht nur eine unmenschliche Folter für die Tiere, sondern zugleich eine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung. In den Tierställen würden dreimal soviel Antibiotika eingesetzt wie in der Humanmedizin, nämlich 900 Tonnen jährlich. Dies führe zu einer Verbreitung von Antibiotika-Resistenzen und damit zu einer Gefährdung der medizinischen Versorgung. Jurist Sailer sieht das Grundrecht auf Gesundheit in Artikel 2 des Grundgesetzes verletzt.