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UL lädt neuerdings ins Glitzerstübchen

MAIN-POST vom 15. März 2007

 

Exquisites Shoppen statt Weltuntergang

 

Von unserem Redaktionsmitglied Tilman Toepfer

 

WÜRZBURG/ALTFELD Früher prophezeite Gabriele Wittek (73) den baldigen Weltuntergang und forderte von ihren Anhängern den Verzicht auf größeren Besitz. Keine zwei Jahre, nachdem sich die Führerin des Universellen Lebens (UL) aufs Altenteil zurückgezogen hat, werben ihre Nachfolger für Lebensfreude und „Rundum-Genuss von exquisitem Shoppen“.

 

Das neue Magazin gibt die Richtung vor. „Leben, Leben und nochmal Leben“ lautet sein Titel. Herausgeber und Chefredakteur ist Martin Kübli, einer von 15 „Christusfreunden“, die im Juni 2005 erklärten, sie wollten Aufgaben ihrer Prophetin übernehmen und das UL vertreten. Seitdem ist es still geworden um Wittek, die abgeschottet von der Umwelt auf Gut Greußenheim im Landkreis Würzburg lebt.

 

Der Inhalt des Heftes enthält Werbung für „Schöner wohnen und schöner Leben“ und für „Shoppen im Glitzerstübchen“. Das und ein „Exquisit Outlet für gehobene Damen- und Herrenmode“ finde man im „Einkaufsland“ des UL in Altfeld bei Marktheidenfeld. Die Fotos im Magazin und im Internet-Auftritt zeigen edle Stoffe, wertvolle Möbel und teures Porzellan, Dinge ganz nach dem Geschmack der „Prophetin“, wie Insider wissen.

 

Ehemalige Anhänger von Wittek sind verblüfft. Sie erinnern sich an die Weisung: „O erkennet: Den äußeren Tand, Flitter und Glitzer . . . schaffen sich all jene, die im Inneren erkaltet sind“ („Der Christusstaat“ Nr. 21/1991). Oder an den Satz: „Wir arbeiten für die Grundbedürfnisse der Menschen – Nahrung, Kleidung, Wohnung, Gesundheit, aber nicht für Luxusgüter .. . “ („Der Christusstaat“ Nr. 19/1992).

 

Einer, der beim UL ausstieg, wirft der jetzigen Führung des UL vor, sie habe die einstigen Ideale verraten. Heute gehe es nur noch um den Profit und folglich um „Shoppen, shoppen, shoppen“, sagt er und zitiert damit einen Werbespruch für das „Einkaufsland Alle für Alle“. Dabei habe man ihm und unzähligen anderen Christusfreunden doch immer gepredigt: Häufet keine Schätze des Irdischen und umgebt euch nicht mit dem Zierrat dieser Welt.

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