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Unterwanderter Tierschutz - eine Chronologie

Quelle: Frankfurter Rundschau vom 3.8.02

http://www.fr-aktuell.de/fr/290/t290001.htm

"Wir sind Natur- und Tierschützer, keine Glaubenskongregation"
Die "Initiative zur Abschaffung der Jagd" wehrt sich gegen den Vorwurf, von der Gemeinschaft "Universelles Leben" unterwandert zu werden

 

Von Rainer Jung

 

An diesem Samstag blasen sie am Kurfürstendamm mal wieder zum Halali auf die Jagd. Mehrere hundert Menschen, die es einen Skandal nennen, dass in Deutschland jedes Jahr Millionen Tiere vor die Flinten und in die Fallen der Jäger geraten, werden die Berliner Prachtmeile hinunterziehen. Sich zum Abschluss vor der Gedächtniskirche an Reden über "den blutigen Krieg gegen unsere Mitgeschöpfe in Wald und Feld" laben und streng vegetarische Suppe aus der Feldküche löffeln.

 

Zehnmal sind die Tierschützer schon gelaufen, seit die "Initiative zur Abschaffung der Jagd" im vergangenen Herbst ihre monatlichen Demos aufgenommen hat. Etliche Passanten fanden das richtig, die Hatz auf Reh und Hase geht vielen Menschen gegen den Strich. Doch bisher war das Protest-Business-as-usual im Herzen der Hauptstadt, wo jede Woche dutzende Interessengruppen auf die Straße gehen. Gut für eine Fünfzehn-Zeilen-Meldung in den lokalen Zeitungen und eine Durchsage im Verkehrsfunk.

 

Diesmal könnte es etwas anders sein. Denn vor wenigen Tagen hat Thomas Gandow, Sektenbeauftragter der evangelischen Kirche in Berlin und Brandenburg, das Defilee öffentlich auf den Kieker genommen. Gandows Behauptung: Die spiritistische Gemeinschaft "Universelles Leben" (UL) versuche, über die Anti-Jagd-Initiative "ihren Einfluss in der Tierschützerszene zu verbreitern". Unbedarfte Bambi-Freunde, warnt der Pfarrer, riskierten bei einer Teilnahme an der Demonstration, "sich vor den Karren der problematischen Sekte spannen zu lassen".

 

Tatsache ist, dass das UL - nach Ansicht von Experten wie Gandows bayerischem Amtskollegen Wolfgang Behnk eine Organisation mit totalitären Tendenzen - seit einiger Zeit mit harscher Kritik am Waidwerk von sich reden macht. Die Zeitschrift Das Friedensreich, die der Organisation nahe steht, prangert das Treiben der Jäger an; Jagdverbote in Nachbarländern und tödliche Unfälle auf der Pirsch ("Jäger erschießen sich gegenseitig") finden zuverlässige Berichterstattung. Und immer wieder ist in den Publikationen Platz für heftige Seitenhiebe gegen die evangelische und die katholische Kirche. Dass deren Geistliche den Grünröcken am Hubertustag auch noch Segen spenden, ist für UL-Mitglieder nur eine von vielen Verfehlungen der ungeliebten Amtskirchen.

 

Ihren Schwerpunkt hat die Gemeinschaft in einigen Gemeinden um Würzburg, wo ihr nahe stehende "Christusbetriebe" unter anderem Öko-Produkte vermarkten. Ihr Anti-Jagd-Engagement begründen die UL-Mitglieder, die sich selbst als Gemeinschaft von fleischlos lebenden "Urchristen" darstellen, mit den Zehn Geboten und den "Offenbarungen" der UL-Gründerin Gabriele Wittek. Die 1933 geborene Hausfrau will mit "Gott, dem Ewigen" und außerirdischen Intelligenzien in engem Kontakt stehen.

 

Zuletzt Ende Februar vergangenen Jahres soll der Allmächtige die Menschheit über seine selbst ernannte Prophetin zu Vegetarismus und absoluter Tierliebe aufgerufen haben. Im Falle der Nichtbeachtung droht Gott laut Wittek schon mal mit "weltweiten Katastrophen", die "die Menschen zu Hunderttausenden hinwegraffen" dürften.

 

Für Kurt Eicher sind diese Vorstellungen Privatsache wie jedes andere religiöse Gefühl auch. "Wir sind Natur- und Tierschützer und keine Glaubenskongregation", schimpft der agile Lehrer, der die "Initiative zur Abschaffung der Jagd" koordiniert. Deshalb hege er bei Mitgliedern der Wittek-Gemeinschaft genau so wenig Berührungsängste wie bei katholischen und atheistischen Mitstreitern oder jenen Hare-Krishna-Anhängern, die fleißig Unterschriften für ein Jagdverbot sammeln.

 

Zu den Berliner Demos reist Eicher mit Frau und Kindern aus Heilbronn an. Den Unterwanderungsverdacht durch das UL, den der Sektenbeaufragte Gandow geäußert hat, nennt er "eine Schlammschlacht" und "totalen Quatsch". Denn: "Wir haben mit Leuten von denen zusammengearbeitet, aber deshalb übernimmt uns doch keiner."

 

Immerhin sollte auf einem Symposium, das die Initiative am vergangenen Freitag in der Berliner Technischen Universität veranstaltete, unter anderen Christian Sailer das Wort übernehmen. Der war zwar, wie Eicher betont, früher ein bekannter Münchener Jurist mit Schwerpunkt Umweltrecht. In jüngster Zeit ist Sailer indes vor allem als Pressesprecher und Anwalt des "Universellen Lebens" aufgefallen. Hauptziel der ausgeprägten Klagefreude der Organisation sind Kritiker, insbesondere kirchliche Sektenbeauftragte, denen Sailer in einer Prozess-Schrift etwa "eine neue Inquisition" nachsagt. Außerdem publiziert Sailer in dem UL-nahen Verlag "Das Wort" Bücher. Ein Titel lautet etwa: "Der Feldzug der Schlange und das Wirken der Taube". Darin werden die Botschaften von "Gottesprophetin" Wittek popularisiert.

 

Sektenbeauftragter Thomas Gandow will von mehreren "seriösen Tierschützern" Unterlagen erhalten haben, nach denen das Symposium sogar "unter erheblichem Einfluss des UL" zu Stande gekommen sei. Was Anti-Jagd-Aktivist Eicher wiederum heftig dementiert: Er habe fast alles selbst organisiert und den viel beschäftigten Sailer regelrecht bekniet, ein kurzes Referat zu halten. In vollem Wissen um dessen Tätigkeit für die Glaubensgemeinschaft, die in der Internet-Einladung zum Symposium allerdings mit keinem Wort erwähnt wird. Dass mit German Murer, laut Gandow 1995 verantwortlich für die UL-Zeitschrift Christusstaat, ein weiterer Mann mit mutmaßlichen UL-Verbindungen bei der Initiative mitwirkt, hält Eicher ebenfalls für unproblematisch.

 

Nach Gandows Enthüllung ist Jurist Sailer erbost abgesprungen. "Ein herber Verlust", klagt Eicher. Im Gespräch mit der FR gibt er sich moderat: Das Aufreger-Potenzial um den UL-Anwalt habe man wohl "naiverweise unterschätzt". Schließlich sei die Anti-Jagd-Initiative den Kirchen schon länger ein Dorn im Auge, weil sie deren Hubertusmessen kritisiere. In einer schriftlichen Erklärung bedient sich Eicher dann einer härteren Diktion: "Endlich können uns die Kirchen in eine Schublade stecken und kräftig diffamieren, da es Scheiterhaufen nicht mehr gibt, ist dies das probate Mittel der ,Scheinheiligkeit'."

 

Die Umzüge im Herzen der Hauptstadt will der Jagd-Gegner indes unverdrossen fortsetzen. Und dabei seine Initiative offen halten: "Wir brauchen doch Leute, die sich einen ethischen Kopf machen."

Copyright © Frankfurter Rundschau 2002
Dokument erstellt am 02.08.2002 um 21:12:46 Uhr
Erscheinungsdatum 03.08.2002

 


 

Quelle: Berliner Tagesspiegel vom 2.8.2002
http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/02.08.2002/152950.asp

 

Spiritistische Sekte ködert Tierfreunde
Jagdgegner-Initiative unter Einfluss von „Universellem Leben“

Der Tierschützer Christian Sailer wird gejagt. So jedenfalls sieht er es. Am heutigen Freitag wollte der Rechtsanwalt aus dem unterfränkischen Marktheidenfeld zu einem Symposium der „Initiative zur Abschaffung der Jagd“ nach Berlin kommen und in der Technischen Universität ein Referat über „Tierschutz im Grundgesetz“ halten. Doch Christian Sailer sagte kurzfristig ab. Grund: Thomas Gandow, Berliner Sektenbeauftragter der Evangelischen Kirche, hatte erklärt, die „Initiative zur Abschaffung der Jagd“ stehe in Verbindung zur Sekte „Universelles Leben“ (UL). Ein Vorwurf, den der Rechtsanwalt persönlich nahm. „Offensichtlich ist es der Jägerlobby gelungen, die kirchlichen Ideologen vom Dienst für ihre Zwecke einzuspannen“, klagte der Jurist und sprach von einer „Weltanschauungsjagd auf Menschen“. Denn Christian Sailer ist nicht nur als Natur- und Umweltschützer – unter anderem als Beirat des Bundes für Naturschutz in Bayern – aktiv. Der Rechtsanwalt ist zugleich Sprecher der spiritistischen Gemeinschaft „Universelles Leben“. Zwischen der Sekte um die Würzburgerin Gabriele Wittek, die von ihren Anhängern als Prophetin verehrt wird, und der Anti-Jagd-Initiative bestehe aber keinerlei Zusammenhang, versichert Sailer: „Das sind zwei Paar Stiefel, die möchte ich getrennt wissen.“

 

Ganz so einfach scheint das jedoch nicht. Achim Stößer von der Tierrechtsinitiative Maqi warnt bereits seit längerem vor einer „Unterwanderung der ,Initiative zur Abschaffung der Jagd‘ durch die rechtslastige totalitäre Sekte Universelles Leben“. Starken Einfluss auf Tierschützer habe UL vor allem über vegetarische Bio-Produkte der Firma „Gut zum Leben“, die ein wirtschaftliches Standbein der Sekte ist. Der Biovermarkter versorgt auch die Demonstranten, die am Sonnabend im Anschluss an das Symposium in Berlin gegen die Jagd protestieren wollen.

 

Die „Initiative zur Abschaffung der Jagd“ verweist auf ihrer Internet-Seite auf Publikationen aus dem Verlag „Das Brennglas“. Deren Chef, German Murer, war verantwortlicher Redakteur der UL-Zeitschrift „Christusstaat“, in der antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet wurden.

 

„Solche Verbindungen schaden der Tierrechtsbewegung“, sagt Undine Kurth. Die Grünen-Politikerin, die Mitglied im Bundesvorstand der Partei ist, war mit dem Journalisten Franz Alt als Diskutantin auf dem Symposium der Jagdgegner eingeladen. Nachdem sie von den Vorwürfen erfuhr, sagte sie ihre Teilnahme ab.

Stephan Wiehler

 


 

Datum: Donnerstag, 1. August 2002 00:10
From: redaktion@die-tierbefreier.de (Redaktion - die tierbefreier online)
Betreff: Presseerklärung

 

Presseerklärung von "die tierbefreier e.V."

 

Der Tierrechtsverein "die tierbefreier e.V." distanziert sich ausdrücklich von einer Zusammenarbeit mit allen der totalitären Sekte UL* (Universelles Leben) angehörenden Organisationen und Firmen. Dazu gehören u.a. der Lebensmittelbetrieb "Lebe Gesund", der Verlag "das Brennglas**", der Tierfutterbetrieb "Gut für Tiere", welche stark (durch Werbeanzeigen in diversen, der Tierschutz/Tierrechtsbewegung zugehörenden Zeitungen/Magazinen) in der Tierschutz/Tierrechtsbewegung involviert sind. Der Tierrechtsverein "die tierbefreier e.V." distanziert sich von allen religiösen Bewegungen, welche die Tierschutz/Tierrechtsbewegung zugunsten ihrer gegebenenfalls demokratiefeindlichen Haltung/Arbeit zu instrumentalisieren versuchen. Rückschlüsse lassen zu, das die "Initiative zur Abschaffung der Jagd***" in Zusammenarbeit mit Verlägen, wie z. B. "das Brennglas", vermutlich ebenfalls der Sekte UL (Universelles Leben) angehört. In Kürze werden Tierschutz/Tierrechtsorganisationen weitere Hintergrundmeldungen bekannt geben.

 

Info-Kontakt: 0171 - 431 7387
oder
Fon: 0 23 31 - 348 57 40

 

Linkhinweise:
* Universelles Leben www.universelles-leben.de
** Das Brennglas www.brennglas.com
***Initiative zur Abschaffung der Jagd www.abschaffung-der-jagd.de

 

die tierbefreier e.V.
Schmilinskystr. 7
20099 Hamburg
fon: 040 - 280519 46
fax: 040 - 280 519 38

 


 

Datum: Mittwoch, 31. Juli 2002 17:34
From: redaktion@voice-online.de (VOICE-Redaktion)
Betreff: Distanzierung vom Universellen Leben

 

Aufgrund neuer Erkenntnisse über die Sekte "Universelles Leben" sowie deren Philosophie, Zielen und Vorgehensweisen erklärt das Tierrechtsmagazin VOICE hiermit, dass es sich sowohl von der Sekte selbst als auch von den der Sekte zugehörigen oder nahestehenden Unternehmen, Initiativen und Einzelpersonen ausdrücklich distanziert.
Bisher waren zum "Universellen Leben" gehörende oder der Sekte nahe stehende Firmen wie der "Lebe Gesund-Versand", der "Verlag Das Brennglas" oder "Gut für Tiere" mit Anzeigen und Beilagen im VOICE-Magazin vertreten. Dies wird zukünftig nicht mehr der Fall sein.
Eine nähere und ausführliche Erklärung der für viele TierrechtlerInnen eventuell plötzliche erscheinenden Wende in der Tierrechts- und Anti-Jagd-Bewegung wird in Kürze folgen.

 

VOICE

 

VOICE – Das Tierrechtsmagazin
Hermannstraße 39 • 63069 Offenbach • Germany
Telefon 0 69 / 84 84 89 87 • Telefax 0 69 / 84 84 89 88
redaktion@voice-online.dewww.tierrechtsmagazin.de

 


 

Datum: Mittwoch, 31. Juli 2002 16:47
From: Michael Fragner
Betreff: Tierschutzkongress in Wien

 

Wie bereits in der heute von mir weitergeleiteten Pressemitteilung dargestellt, findet vom 5.-8.9.2002 ein Tierrechtskongress in Wien statt.
Das Programm findet sich unter:
http://www.tierrechtskongress.at/programm/programm.php#vortraege
Referenten: Sailer, Brunke, Eicher und andere. Sailer tritt als Referent des Universellen Lebens auf, Brunke als Vertreterin des Verlages "Das Brennglas".
Tagungsort: Kardinal-König-Haus in Wien (Bildungszentrum der Jesuiten in Lainz), http://www.kardinal-koenig-haus.at/... (ich kann es selbst noch gar nicht glauben!).
Auch die UL-Firma "Lebe Gesund" wird dort als Teil des Rahmenprogramms einen Ausstellungsstand haben:
http://www.tierrechtskongress.at/rahmenprogramm/rahmenprogramm.php
Viele Grüße!
Michael Fragner

 


 

Pressemitteilung (31. Juli 2002 13:29)

 

Universelles Leben - Sekte unterwandert die Tierrechtsbewegung


Das bevorstehende Anti-Jagd-Symposium in Berlin, so heißt es in einer Pressemitteilung eines evangelischen Sektenbeauftragten, Thomas Gandow, solle "von der Sekte 'Universelles Leben' (UL) unterwandert werden. Sie versuche über die 'Initiative zur Abschaffung der Jagd' Einfluss auf die Tierschützer zu bekommen".

 

Nun ist dies keineswegs so sensationell, wie es scheint. Seit Jahren warnt bereits die Tierrechtsinitiative "Maqi - für Tierrechte, gegen Speziesismus" vor einer Unterwanderung. Dies betrifft keineswegs nur die "Initiative zur Abschaffung der Jagd" oder den im September stattfindenden "Tierrechtskongreß" in Österreich (bei dem ebenfalls UL Prominenz die Hand im Spiel hat). Viel deutlicher ist das bei zum UL-Wirtschaftsimperium gehörenden Firmen wie "Gut zum Leben", "Lebe gesund Versand" usw., die Produkte aus angeblich "friedfertigem Anbau" als trojanisches Pferd benutzen wollen, um Menschen, die den Konsum von Tierqualprodukten ablehnen, zu ködern. Denn zum Aufstrich aus Sonnenblumenkernen gibt es gern auch ein wenige "urchristliche" Propaganda dazu. An Marktständen werden zugleich UL-Broschüren verteilt, es wird in den Versandkatalogen für Schriften aus den UL-eigenen Verlagen und andere UL-Organisationen geworben.

 

"Leider sind wir Rufer in der Wüste", bedauert Achim Stößer von Maqi. "Viele sehen nur die vermeintlich leidfreien Lebensmittel, die Demos von Jagdgegnern, die oft kostenlos verteilten Broschüren wie den 'Lusttöter', nicht, was dahintersteckt. Aber wer in Jauche schwimmt, wird danach stinken - nicht ohne Grund ist in unserer Agenda festgehalten: 'Es versteht sich von selbst und sollte eigentlich nicht erwähnt werden müssen, daß dies rassistisches, militaristisches, faschistisches, theistisches, sexistisches, homophobes - diese Aufzählung ist lediglich exemplarisch, nicht vollständig - Denken ebenso ausschließt wie speziesistisches.'

 

Menschen sind Tiere, und Tierrechte sind demnach auch Menschenrechte. Daher ist zweifellos eine Zusammenarbeit mit einer totalitären, nachweislich rechtslastigen Sekte wie UL ebenso inakzeptabel wie es die Arbeit gegen das Schlachten von Tieren mit aus offensichtlich ganz anderen als Tierrechts-Gründen das 'Schächten' ablehnenden Faschisten wäre. Es mag in der 'Initiative zur Abschaffung der Jagd' ja Personen geben, die nicht zum UL gehören, sondern wirklich nur daran interessiert sind, den archaischen Lustmassenmord künftig zu verhindern, diese müssen sich jedoch vorhalten lassen, mit Tätern anderer Art zu kohabitieren - und den Tierausbeutern damit in die Hände zu spielen. Aber statt sich zu informieren, essen sie lieber die kostenlose Tomatensuppe bei den Anti-Jagd-Demos, die 'Gut zum Leben' verteilt." Deutlich wird dies auch an den Broschüren und Zeitschriften des UL-nahen Brennglas-Verlags. Herausgeber German Murer (verantwortlicher Redakteur für antisemitische Hetze in der UL- Zeitschrift "Christusstaat") nutzt diese Schriften für das Verbreiten von UL- Positionen, wirbt in Jagdkritik versteckt für eine UL-Jugendzeitschrift und bietet dem bekannten rechten Ideologen Hubertus Mynarek darin eine Plattform. Stößer weiter: "Um es deutlich zu sagen: ein faschistoides Weltbild wie das des UL ist mit den Tierrechten nicht zu vereinbaren. Wer sich glaubwürdig für Tierrechte einsetzen will, muß sich von UL samt 'Christusbetrieben' sowie unterwanderten Organisationen und Gruppierungen distanzieren."

 

Und anders, als es zwischen den Zeilen des zitierten Sektenbeauftragten (der ebenfalls einer Sekte angehört, nur daß diese üblicherweise als "Amtskirche" euphemisiert wird) zu lesen ist, ist Jagd keineswegs akzeptabel, und wird es auch nicht dadurch, daß sich Anhänger einer Frau, die seit Jahrzehnten die Stimmen von "Geistwesen", "Ufo-Kommandanten", "Christus" und "Gott" persönlich zu hören glaubt (manche würden von Schizophrenie sprechen) nun als "Jagdgegner" aufspielen, ebensowenig wie das Töten von Tieren, um ihre Leichen zu verzehren, akzeptabel ist, weil die Nazis ein "Schächtverbot" erließen.

 

So berechtigt die Kritik Gandows am UL ist, so berechtigt ist die Kritik des UL an den christlichen Ursachen für den Umgang mit Tieren in unserer Gesellschaft. "Es ist wie die gegenseitige Kritik von Rinder- an Straußenzüchtern", konstatiert Stößer. "Beide Seiten werfen der anderen zurecht Untaten vor, und beide Seiten sind ethisch inakzeptabel. Um die Tiere geht es ihnen nicht - weder den Rinder- noch den Straußenzüchtern, weder Gandow noch Wittek."

 

Maqi - für Tierrechte, gegen Speziesismus setzt sich für eine Verwirklichung der Tierrechte (so etwa das Recht auf physische und psychische Unversehrtheit), die Abschaffung der Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Spezies (analog zu Antirassismus und Antisexismus) und die Etablierung einer veganen Gesellschaft ein.

 

Nähere Informationen und Bildmaterial bei Maqi - für Tierrechte, gegen
Speziesismus, c/o Achim Stößer, Ludwigstr. 51, D-67059 Ludwigshafen,
0621/5493477, mail@maqi.de, http://maqi.de.

 


 

Pressemitteilung des Tierrechtsvereins CANIS, 31.Juli 2002
http://www.canis.info/index1.htm



Für Tierrechte ohne "Glaubenskriege"

 

Am 2. August findet in Berlin auf Betreiben der "Initiative zur Abschaffung der Jagd" ein Symposium mit dem Titel "Natur ohne Jagd" statt. Der Tierrechtsverein CANIS hatte dieser Veranstaltung ursprünglich seine Mitwirkung im Rahmen eines fachspezifischen Referats zugesichert. Nachdem sich aber die Indizien mehrten, daß ein Naheverhältnis zwischen der "Initiative zur Abschaffung der Jagd" und der Sekte "Universelles Leben", kurz UL, bestehe, zogen wir unsere Zusage zurück; zumal nach unserer Anfrage bei den Organisatoren des Symposiums auch keine klare Distanzierung zum UL erfolgte. Wir wissen, daß CANIS noch immer auf Veranstaltungshinweisen zum Berliner Symposium aufscheint - und distanzieren uns von dieser ungewollten Publicity mit Nachdruck!

 

Es erscheint CANIS außerordentlich wichtig, diese Schritte zu setzen, da das sensible Thema "Tierrecht" bzw. "Abschaffung der Jagd" nicht zum Spielball religiöser Vereinigungen werden darf, genauso wenig wie das Anliegen der Tiere parteipolitisch besetzt werden dürfte. Tierrechte müssen nach naturwissenschaftlichen und ethischen Kriterien behandelt werden, um die Chance zu behalten, reale Umsetzung zu finden. Eine Vereinnahmung durch
eine Sekte ist dabei kontraproduktiv und abzulehnen. Im Zuge der neuen Erkenntnisse um das versuchte Einwirken des UL auf die Tierrechtsszene, sehen sich auch Sektenbeauftragte der Amtskirchen bemüßigt, auf den Plan zu treten. Leider richtet sich die Kritik dieser Theologen gegen die Anti-Jagd-Bewegung im Allgemeinen. Pfarrer Thomas Gandow, Landeskirchliches Pfarramt für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, empört sich etwa in einer Pressemitteilung: "Jäger werden dabei als 'Lust-Töter' verteufelt." (Anm.: "Der Lust-Töter" ist eine Anti-Jagd-Broschüre des UL-nahen Brennglas-Verlages). Jagd ist und bleibt Tiermord, auch wenn diese wahre Feststellung von Sekten kolportiert wird.

 

Dazu Alexander Willer, CANIS: "Es geht uns als TierrechtlerInnen nicht darum, den Kreuzzug der Amtskirchen GEGEN Sektenkonkurrenz zu unterstützen - das hieße den Teufel durch den Beelzebub austreiben - sondern wir setzen uns FÜR das Recht der Tiere ein." Weiters distanzieren wir uns eindeutig von den Stellungnahmen sogenannter "Tierrechtsinitiativen", die Theismus pauschal mit Rassismus, Faschismus oder Speziesismus gleichsetzen und die Tierrechtsbewegung auf einen radikal atheistischen Kurs zu zwingen versuchen. Willer weiter: "Wir verurteilen Menschen nicht wegen ihres religiösen Glaubens, noch scheint es angebracht, ins atheistische Eck abzudriften. Unser Interesse gilt der Etablierung einer veganen, geistig flexiblen Gesellschaft, die den Eigenwert von Tieren anerkennt."

 

Weitere Infos: Tierrechtsverein CANIS, www.canis.info , canis@aon.at

 


 

INITIATIVE ZUR ABSCHAFFUNG DER JAGD

 

Vor dem Internationalen Symposium am 2.8. in Berlin: Jäger versuchen erfolglos Anti-Jagd-Initiative zu unterwandern

[31.07.2002 - 09:01 Uhr] http://www.presseportal.de/story.htx?nr=368559

Heilbronn (ots) - Kurz vor dem Internationalen Symposium "Natur ohne Jagd" am 2. August in der Technischen Universität Berlin ist das abgekartete "Spiel" aufgeflogen: Die Jägerlobby versucht die Anti-Jagd-Bewegung durch gezielte Diffamierung zu sprengen - durch eingeschleuste "Tierschützer", welche die Initiative der Jagdgegner zu unterwandern suchen, in Wahrheit jedoch die Interessen derJägerschaft vertreten.


Die bundesweite "Initiative zur Abschaffung der Jagd" wendet sich gegen die jägerische Lust am Töten und Beutemachen. Die Initiative versteht sich als ein Zusammenschluss von Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen, die den alltäglichen Wahnsinn in unseren Wäldern nicht mehr länger dulden wollen. Aus ethischen und ökologischen Gründen wird die Jagd abgelehnt.

Die Initiative verfolgt dabei folgende Ziele:
(...)

Internationales Symposium in Berlin: "Jäger moralisch unter Druck"

Auf dem Internationalen Symposium "Natur ohne Jagd" am 2. August wollen die Jagdgegner - darunter namhafte Wissenschaftler und Buchautoren - detailliert der Mythos vom Jäger als Heger und Naturschützer demontieren und gleichzeitig Alternativen zur Bestandsregulierung mit der Waffe aufzeigen. Kein Wunder, dass die Jäger da durchdrehen: "Die Jagdbefürworter starten eine Schlammschlacht, weil sie keine Argumente mehr haben - schließlich haben wir all ihre Jägerlügen entlarvt.", sagt Kurt Eicher, Biologe, Studiendirektor und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd.

 

Nachdem die Jägerlobby in ihren eigenen Reihen nicht genügend Munition gegen die friedlichen Jagdgegner gefunden habe, hätten sie sich die Hilfe von Kirchenfunktionären geholt, so Eicher weiter. "Das Ziel der Jagdgegner ist absolut ehrenwert: Wir wollen die Tiere in Wald und Flur vor dem hinterhältigen Töten als Hobby und Lustgewinn schützen. Die Jäger wissen, dass sie moralisch unter Druck kommen. Nur wer für die Ermordung von jährlich 5 Millionen Wildtieren, für die Erschießung von Hauskatzen und Hunden ist, lässt sich vor den Karren der Jägerlobby spannen."

Wenn sich offizielle Vertreter der Kirchen dazu hergäben, sich vor den Karren der Jäger spannen zu lassen, sei das bedauerlich. Wer die Anti-Jagd-Bewegung spalten wolle, sei von den Jägern gekauft und stehe im Auftrag der Jägerlobby und habe keine moralische Legitimation.

Von der Jägerlobby gekauft?

"Warum gibt ausgerechnet ein Sektenpfarrer verleumderische Pressemitteilungen gegen die Jagdgegner heraus? Es mutet schon seltsam an: Leute, die sich mit dem Kapitalverbrechen Kinderschändung in den eigenen Reihen befassen sollten, gehen jetzt gegen Jagdgegner vor, indem sie ihre altbewährten Verleumdungsmuster auf diese übertragen." Eicher meint Hinweise darüber zu haben, dass der Sektenbeauftragte Thomas Gandow von der Evangelischen Kirche Berlin, welcher die umstrittene Pressemitteilung verschickte, sowie der Sektenpfarrer Fragner die Interessen der Jägerlobby vertreten, über entsprechende Kontakte verfügen und auch mit Jägerblättern zusammenarbeiten.

Gemeinsame Ethik für die Tiere

Die Jagdgegner ließen sich ihre Gesinnung nicht von Kirchen-Funktionären vorschreiben. Niemandem würde einfallen, einen Katholiken zurückzuweisen, weil ihm dessen Glauben nicht gefällt. "Wir bekommen Unterschriftenlisten von Katholiken, Protestanten, Anhängern vieler anderer Glaubensrichtungen und Atheisten. Wir fragen die Leute, die bei uns mitmachen wollen, nicht nach ihrem Glauben. Wenn sich Menschen gegen die Brutalität in unseren Wäldern aussprechen, sind sie willkommen, egal welches Bekenntnis sie haben." Die Jagdgegner verbinde eine gemeinsame Ethik für die Tiere.

Nur noch 3% der Deutschen gegen die Abschaffung der Jagd

Die Initiative zur Abschaffung der Jagd wird sich durch kirchliche Querschläger nicht stoppen lassen: Nach einer brandaktuellen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GEWIS von dieser Woche, sprechen sich nur noch 3% der Bevölkerung gegen eine Abschaffung der Jagd aus. Kurt Eicher: "Der Eisberg aus Jagdgegnern lässt das "Jagdschiff" zum Wohle der Natur untergehen, auch wenn diese "Jägertitanic" zunächst als unsinkbar galt. Tote gibt es dabei keine, sondern nur überlebende Tiere."

Bereits zehn Mal in Folge trommelte der Biologe und Studiendirektor mit seiner "Initiative zur Abschaffung der Jagd" jeden 1. Samstag im Monat mehrere hundert Tierfreunde und Jagdgegner aus ganz Deutschland zur Anti-Jagd-Demo auf dem Kurfürstendamm
zusammen.

 

(...)

 

ots Originaltext: Initiative zur Abschaffung der Jagd

 

Kontakt, Interviewmöglichkeit und weitere Informationen:
Kurt Eicher,
Heilbronn,
Tel. 07131/481263 oder
Tel. 0175/1475083,
www.abschaffung-der-jagd.de
(Kommentar: Kurt Eicher hat ein Problem: Er hat schlichtweg keinen Beleg für seine Behauptung, daß ich mit Tierschützern die Interessen der Jäger vertrete. Ihr Michael Fragner)

 


 

Quelle: Frankfurter Rundschau vom 30. Juli 2002
http://www.fr-aktuell.de/fr/104/t104012.htm

Sektenexperte
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Vor Unterwanderung der Tierschützer-Szene gewarnt

 

BERLIN, 29. Juli (epd). Die umstrittene Vereinigung "Universelles Leben" versucht nach Ansicht von Weltanschauungsexperten, die Berliner Tierschützerszene zu unterwandern. Die vorwiegend in Baden-Württemberg und Unterfranken beheimatete Glaubensgemeinschaft wolle über die "Initiative zur Abschaffung der Jagd" Einfluss auf die Tierschützer bekommen, sagte der Sektenbeauftragte der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, Thomas Gandow, am Montag in Berlin. Dabei würden Jäger als "Lust-Töter" verteufelt.

 

Die "Initiative zur Abschaffung der Jagd" plane für kommenden Samstag in den Räumen der Technischen Universität ein Symposium zum Thema "Natur ohne Jagd". Einer der Podiumsteilnehmer soll unter anderen der Anwalt von "Universelles Leben" und Pressesprecher Christian Sailer sein. Gründerin und "Prophetin" der Vereinigung ist die 1933 geborene Gabriele Wittek. Gandow zufolge will sie in so genannten Offenbarungen eine direkte Verbindung zu Gott, Geistwesen und UFO-Piloten haben.



Copyright © Frankfurter Rundschau 2002
Dokument erstellt am 29.07.2002 um 21:04:49 Uhr
Erscheinungsdatum 30.07.2002

 


 

Quelle: Berliner Zeitung vom 30.7.02
http://www.berlinonline.de/aktuelles/berliner_zeitung/berlin/.html/163666.html

Berliner Tierschützer sollen von Sekte unterwandert sein
"Universelles Leben" ruft zum Protest gegen Jäger auf

 

dg./dpa
Teile der Berliner Tierschützerszene sollen seit einiger Zeit gezielt von der Sekte "Universelles Leben" (UL) unterwandert werden. Die spiritistische Vereinigung ist vorwiegend in Baden-Württemberg, ihre Zentrale hat sie in Marktheidenfeld in Unterfranken. Sie versuche über die "Initiative zur Abschaffung der Jagd" Einfluss auf die Tierschützer zu bekommen, sagte der Sektenbeauftragten der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, Thomas Gandow, am Montag. Dabei "verteufle" die Sekte Jäger unter anderem als "Lust-Töter".

 

Einige Tausend Mitglieder

 

In ihrer Broschüre "Der Prophet" vom vergangenen Sommer schreibt die Sekte: "Über 300 000 Jäger bringen in Deutschland jährlich Unfrieden, Angst, Stress, Unordnung, Leid und Tod in Wald und Flur. 13 000 bis 15 000 Tiere werden täglich aus bequemen Hochständen aus abgeknallt . Die Tiere haben überhaupt keine Chance, um ihr Leben zu laufen. Das Wort ,Jagd', so schlimm es ist, stellt sich noch als Beschönigung dar. Es geht in Wahrheit um die Geilheit aufs Töten."

 

Matthias Pöhlmann, Referent an der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen sagte, er beobachte seit ein bis zwei Jahren, dass die Sekte "Universelles Leben" das Thema Tierschutz für sich entdeckt habe. "Sie hofft, mit diesem Thema stärker auf die Öffentlichkeit wirken zu können." In Deutschland habe die Sekte einige Tausend Mitglieder.
Gründerin, Führerin und Prophetin der totalitär ausgerichteten Vereinigung ist die 1933 geborene Gabriele Wittek, die in so genannten Offenbarungen eine direkte Verbindung zu Gott, Geistwesen und Ufo-Piloten haben will. Für die Mitglieder sei sie das einzige Bindeglied zwischen Gott und der Welt und prophezeit unter anderem Katastrophen und Atomkriege. Seit dem Tod ihrer Mutter vor 22 Jahren glaube die Würzburgerin Gabriele Wittek, Stimmen aus anderen Welten zu hören und verstehe sich als Sprachrohr Gottes, sagte Pöhlmann.

 

Der Sektenbeauftragte Thomas Gandow gab zudem an, die Sekte habe früher auch Thesen über eine "jüdisch-zionistische Weltverschwörung" sowie Auszüge aus den angeblichen "Protokollen der Weisen von Zion" verbreitet. Behauptungen in eigenen Publikationen, dass auch Deutschland "Spielball herrschsüchtiger Juden" sei, wurden nach öffentlichen Protesten zurückgenommen, so Gandow. Der damals verantwortliche Redakteur, German Murer, spiele heute aber eine wichtige Rolle in der "Anti-Jagd-Kampagne".

 

Die "Initiative zur Abschaffung der Jagd" veranstaltet an jedem ersten Sonnabend im Monat in Berlin eine "Anti-Jagd-Demo". Für diesen Sonnabend plane sie in dem Räumen der Technischen Universität Berlin ein Symposium mit Podiumsdiskussion zum Thema "Natur ohne Jagd". Einer der Podiumsteilnehmer soll unter anderem der UL-Anwalt und Pressesprecher Christian Sailer sein. Der Journalist Franz Alt solle die Veranstaltung moderieren, sagte Gandow. (dg./dpa)

 

© 2002 G+J BerlinOnline GmbH & Co. KG

 


 

Quelle: taz vom 30.7.02
http://www.taz.de/pt/2002/07/30/a0219.nf/text



Ein tierischer Umweg zum lieben Gott
Die Sekte "Universelles Leben" versucht, in der Berliner Tierschutzszene Fuß zu fassen, sagt die evangelische Kirche

 

Teile der Berliner Tierschützerszene sollen seit einiger Zeit gezielt von der Sekte "Universelles Leben" (UL) unterwandert werden. Die vorwiegend in Baden-Württemberg und Unterfranken beheimatete spiritistische Vereinigung versuche über die "Initiative zur Abschaffung der Jagd" Einfluss auf die Tierschützer zu bekommen, sagte der Sektenbeauftragten der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, Thomas Gandow, am Montag. Dabei "verteufle" die Sekte Jäger unter anderem als "Lust-Töter".

 

Gründerin, Führerin und Prophetin der totalitär ausgerichteten Vereinigung ist Gandows Angaben zufolge die 1933 geborene Gabriele Wittek, die in "Offenbarungen" eine direkte Verbindung zu Gott, Geistwesen und UFO-Piloten haben will.

 

Die Sekte habe früher auch Thesen über eine "jüdisch-zionistische Weltverschwörung" sowie Auszüge aus den angeblichen "Protokollen der Weisen von Zion" verbreitet. Behauptungen in eigenen Publikationen, dass auch Deutschland "Spielball herrschsüchtiger Juden" sei, wurden nach öffentlichen Protesten zurückgenommen, so Gandow. Der damals verantwortliche Redakteur, German Murer, spiele heute aber eine wichtige Rolle in der "Anti-Jagd-Kampagne".

 

Heute sei "Universelles Leben" im biologischen Landbau tätig und betreibe unter anderem mehrere so genannter Christusbetriebe als Tischlereien, Webereien und Schneidereien. Zudem betätigt sie sich im EDV-Bereich und mit einer "Christusklinik" auf dem Gebiet der alternativen Medizin. Ferner unterhalte sie Kinderheime, Kindergärten und eine Schule.
Die "Initiative zur Abschaffung der Jagd" veranstaltet den Angaben zufolge an jedem ersten Sonnabend im Monat in Berlin eine "Anti-Jagd-Demo". Für den kommenden Sonnabend plane sie zudem in der Technischen Universität ein Symposium mit Podiumsdiskussion zum Thema "Natur ohne Jagd". Einer der Podiumsteilnehmer soll unter anderem der UL-Anwalt und -Pressesprecher Christian Sailer sein. EPD

 

taz Berlin lokal Nr. 6813 vom 30.7.2002, Seite 19, 68 Zeilen

 


 

Pfr. Thomas Gandow
Landeskirchliches Pfarramt für
Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche in
Berlin-Brandenburg
Heimat 27 - D-14165 Berlin- Zehlendorf
Fon: +49 (0) 30-815 70 40 - Fax: +49 (0) 30-84 50 96 40
email: pfarrer.gandow@berlin.de -
Internet: http://www.ekibb.com/seels/sekten/



PRESSEMITTEILUNG (29. Juli 2002)

 

Sektenbeauftragter warnt vor Anti-Jagd-Kongress

 

1. Anti-Jagd-Demo von spiritistischer Sekte ausgenutzt oderferngesteuert?
Die spiritistische Gruppe "Universelles Leben" (UL) http://www.religio.de/dialog/297/297s18.html (früher: "Heimholungswerk") spielt eine führende Rolle in einer neuen Tierschutzaktivität", der "Anti-Jagd-Kampagne". Jäger werden dabei als "Lust-Töter" verteufelt.

 

Die Gruppe versucht jetzt, in der deutschen Hauptstadt, im Namen des Tierschutzes und über eine "Initiative zur Abschaffung der Jagd" ihren Einfluß in der Tierschützerszene zu verbreitern. Dies geht aus internen Papieren hervor, die mir aus Kreisen seriöser Tierschützer zugingen.

 

Ich warne davor, an solchen Demonstrationen teilzunehmen und sich damit vor den Karren der problematischen Sekte spannen zu lassen. Den meisten Beteiligten ist vielleicht noch nicht klar, wer wesentlich hinter den Aktivitäten steht. Klar ist aber: Das UL versucht, über die Anti-Jagd-Initiative Einfluß zu gewinnen.

 

Der Sprecher der Anti-Jagd-Initiative, Kurt Eicher, hat nach Recherchen eines Redakteurs der Berliner Boulevardzeitung "BZ" bereits bestätigt, dass Mitglieder des "Universellen Lebens" sich in der Initiative engagieren. Er halte dies "nicht für kritisch", so Eicher. Eine direkte Verbindung zur UL gebe es aber nicht.

1a. Das UL und seine Prophetin
Die Führerin und Prophetin des UL, Gabriele Wittek, http://www.michelrieth.de/gabi5.htm sieht sich als Prophetin, die in "Offenbarungen" eine direkte Verbindung zu Gott, Geistwesen und UFO-Piloten ("Mairadi vom Planeten Maiami-Chuli") hat.

 

Weitere Informationen zum UL und Gabriele Wittek siehe
http://www.religio.de/dialog/297/297s24.html;
http://www.michelrieth.de/;
http://www.esonet.at/groups/universelles%20leben.html

 

Es handelt sich bei der Bewegung um Gabriele Wittek ("Gabriele von Würzburg") um eine spiritistische Organisation mit teilweise totalitären Zügen http://www.religio.de/akinfo/204.html und problematischen Lehren.

 

Wittek prophezeite u.a. Katastrophen und Atomkriege. http://www.relinfo.ch/ul/apokalyptik.html
Das Universelle Leben bot seine Meditation, den sog. Inneren Weg u.a. auch als Schutz vor Atomstrahlen an.

 

Zeitweise wurden auch Thesen über eine "jüdisch-zionistische Weltverschwörung der Illuminaten" sowie Auszüge aus den angeblichen "Protokollen der Weisen von Zion" verbreitet. (Vgl. "Der Christusstaat" , Extrablatt Nr. 9, November 1991 und UL-Broschüre "Der Dämonenstaat") http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2000/19/13b.htm Deutschland wurde auch als Spielball der "herrschsüchtigen" Juden dargestellt. Auf Grund öffentlicher Proteste erfolgte vier Jahre spöter, 1995, eine Distanzierungserklärung des damals verantwortlichen UL-Redakteurs German Murer, der heute in der Anti-Jagd-Kampagne eine wichtige Rolle spielt.

1b. Demonstrationen und Kongreß der "Initiative zur Abschaffung der Jagd"
Die "Initiative zur Abschaffung der Jagd veranstaltet" an jedem ersten Sonnabend im Monat in Berlin eine "Anti-Jagd-Demo". Am 2. August 2002 wird die Gruppe in den Räumen der TU Berlin ein Symposium mit Podiumsdiskussion "Natur ohne Jagd" veranstalten. Auf dem Podium wird u.a. der UL-Anwalt und UL-Pressesprecher Dr. Christian Sailer sitzen, angekündigt als "Hauptkläger beim Internationalen Gerichtshof für Tierrechte". Als Moderator tritt

 

Dr. Franz Alt bei dem Kongreß in Erscheinung. Das aktuelle Programm des Symposiums in Berlin findet sich unter www.abschaffung-der-jagd.de . Warum Jürgen Möllemann und Cem özdemir nun nicht mehr in Anspruch genommen werden, ist hier nicht bekannt.

1c. Planung des Kongresses
Daß dieses Symposium unter erheblichem Einfluß des UL entstanden ist, ergibt sich aus Unterlagen über die bisherige Planung, die mich aus Tierschützerkreisen erreichten.

 

Wesentlich bei der Planung wirkte Julia Brunke mit, die zu dem UL-nahen Verlag "Das Brennglas" gehört. Sie ist zu erreichen über info@brennglas.com . Der Kongress soll den internen Papieren gemäß die Aktion, bisher eine Insiderveranstaltung, in das "politische Kraftfeld" hineintragen. Man möchte damit die "Jagddiskussion in die öffentlichkeit tragen". Eine " Kontroverse Diskussion zieht Journalisten an" heißt es in einem internen Papier. Damit könne man öffentliches Aufsehen erregen. Gedacht war u.a. an eine "mehrstündige Podiumsdiskussion am Samstag mit zwei Politikern (einer pro Jagd z.B. Möllemann, einer contra Jagd z.B. özdemir, einem Jagdgegner (Consiglio - wissenschaftlich) einem Tierrechtler/Tierschützer (Drewermann - Unmoral aufzeigen), einem aggressiven Jäger (Heeremann) mit anschließenden Diskussionsbeiträgen aus dem Publikum Leitung: ein Journalist (Franz Alt)". Von diesen Plänen ist nach meinem heutigen Stand nur der frühere Fernsehmoderator übriggeblieben.

 

Die "Tierrechtler/Tierschutzgruppen als Multiplikatoren" sollten Stimmung für diesen Kongress machen. In der internen Planung hieß es dazu: "Sinngemäß schreiben: "Wir haben folgendes Programm geplant.... Wir beabsichtigen, eine Berliner Erklärung zu verabschieden. Darf kein Flop werden. Teil uns daher bitte baldmöglichst mit, wie viele von euch teilnehmen, damit ein breites Publikum zustande kommt. Zugesagt haben bereits..." Diese Indienstnahme hat einige Tierschutzinitiativen allerdings aufgeschreckt.

 

Das Catering beim Kongress soll durch "Imbiss-Stände von LebeGesund!" übernommen worden. Zum Abschluß der Demonstration am Brandenburger Tor oder Reichstag hieß es: "Übergabe der Unterschriftenlisten; Abschlusskundgebung mit allen Referenten des Kongresses (Talk-Show); Tomatensuppe"

1d. Verlag "Das Brennglas"
Der Verlag "Das Brennglas" in Kreuzwertheim wird geleitet von German Murer, einem Schweizer, der seit vielen Jahren dem UL angehört. Seinen Verlag hat er erst im vorigen Jahr gegründet. Murer war 1995 verantwortlich für die UL-Zeitschrift "Christusstaat" (siehe oben). Die Zielsetzung seines neuen Verlags ergibt sich aus den Titeln der bisherigen Veröffentlichungen:
* Der Lust-Töter (gegen Jagd und Jäger)
* Der Folterknecht und der Schlächter (gegen jeglichen Fleischverzehr)
* Der Krieg der Jäger gegen die Schöpfung Gottes

1e. Zeitschrift: "Freiheit für Tiere"
Vor wenigen Tagen erschien im Verlag "Das Brennglas" die erste Nummer einer neuen Zeitschrift "Freiheit für Tiere", die "den Tieren eine Stimme geben" soll. Diese Zeitschrift wird auch an Bahnhofskiosken vertrieben. German Murer und sein Verlag arbeiten eng zusammen mit anderen Vereinigungen von Tierrechtlern und Tierschützern, z.B. mit dem "Verein gegen Tierfabriken" (österreich), mit dem "Verein zur Förderung der Tierrechte" (Schweiz) und vor allem mit der "Initiative zur Abschaffung der Jagd"

2. Parteien zur Bundestagswahl
Die nahende Bundestagswahl ruft alle möglichen dubiosen Grüppchen
auf den Plan. Dazu gehört nun leider auch die Tierschutzpartei
http://www.tierschutzpartei.de/aktuelles/1029.shtml. Denn auf
ihrer Internetseite findet sich ein Link zum UL-nahen Verlag "Das
Brennglas" mit Werbung für die Anti-Jagd-Broschüre "Der
Lust-Töter". Außerdem ist auf derselben Seite auch ein Link zur
vom UL unterwanderten "Initiative zur Abschaffung der Jagd".

Bei Rückfragen nehmen Sie bitte per e-mail oder telefonisch
Kontakt mit mir auf.
Mit freundlichen Grüßen

 

Thomas Gandow, Pfarrer


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Dies ist eine Presse-Information von Pfarrer Thomas Gandow,
Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen der EKiBB
http://www.dialogzentrum.de - Anschrift Heimat 27, 14165 Berlin;
Fon: 030-8157040, Fax: 030-84509640,
email:pfarrer.gandow@berlin.de
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