Zurück   Sie befinden sich hier: Aktuelles > Kündigung nachgeschoben

Kündigung nachgeschoben

MAIN-POST vom 5. Septenber 2001

 

UL-Firma darf Brot und Bärlauch vorerst weiter verkaufen


STUTTGART (tito) Die Firma Lebe Gesund Steinmühlen-Brot GmbH, die von Anhängern der umstrittenen Glaubensgemeinschaft Universelles Leben (UL) geführt wird, darf mindestens bis 30. September in der Stuttgarter Markthalle Brot und Bärlauch verkaufen. Mit einer zweiten - ordentlichen - Kündigung durch den städtischen Eigenbetrieb Versorgungsmärkte und Marktveranstaltungen (VMS) ist eine außerordentliche Kündigung durch Wirtschaftsbürgermeister Dr. Dieter Blessing zum 31. August hinfällig. 

 

Blessing hatte der UL-Firma Ende Juli mit der Begründung gekündigt, sie habe mit dem Auslegen der Broschüre "Der friedfertige Landbau" für das UL geworben und damit gegen die Nutzungsbedingungen für die Markthalle verstoßen. 

 

Die Gefahr, vom 1. September an ihre Produkte nicht mehr in der Markthalle verkaufen zu können, wollte die Firma Lebe Gesund durch eine Einstweilige Verfügung aus der Welt schaffen. Das Amtsgericht gab dem Antrag nicht statt. 

 

Dennoch wollte die Stadt eine Entscheidung in der Hauptsache nicht abwarten. In den Stuttgarter Nachrichten ist in diesem Zusammenhang von einem juristischen Schnellschuss (Blessings, Anm. d. Red) die Rede. Offensichtlich sei die außerordentliche Kündigung von den falschen Personen mit dem falschen Inhalt und zum falschen Zeitpunkt abgegeben worden, heißt es. 

 

Am 27. August hat nun VMS-Geschäftsführer Wolfgang Thiele "ordentlich" gekündigt - ohne Begründung. Das UL habe auch dieser Klage widersprochen, heißt es in den Stuttgarter Nachrichten. Jetzt muss das Landgericht Stuttgart entscheiden. 

 

Nicht der einzige Rechtsstreit. Michael Föll, CDU-Fraktionschef im Stuttgarter Rathaus, hatte im Juli geäußert, hinter dem UL verberge sich eine "skrupellose Organisation", die eine "totalitäre Weltanschauung" vermittle. Das Universelle Leben e.V. hat Föll wegen Volksverhetzung angezeigt. Der bekommt auch Beifall von der SPD-Fraktion, die in dem UL eine Sekte sieht, die sich durch manipulative Psycho-Methoden auszeichne. 

 

In Süddeutschland gibt es rund 40 Lebe-Gesund-Verkaufsstellen, darunter in Würzburg und Marktheidenfeld, wo das Zentrum des Wirtschaftskonglomerats aus UL-"Christusbetrieben" liegt. 

Zurück   Nach oben